Betreuungsangebot für Senioren


Ein Wolkenwurm zieht vorüber


Bei älteren Menschen mit Demenz oder körperlichen Einschränkungen lassen die persönlichen, sozialen und methodischen Fähigkeiten und Kompetenzen zunehmend nach.

Die Gefühle bleiben für sie jedoch bis zuletzt spürbar. Durch das non-verbale Medium „Bild“ werden Erleben und Erinnerungen ausgedrückt und sorgen für Entspannung und Wohlbefinden.

 

Erlebnis mit einer Malenden in meiner Gruppe:

 

Eine 84-jährige, demenziell erkrankte Teilnehmerin meiner Malgruppe sitzt lange versunken vor ihrem Blatt Papier. Daneben steht ein Töpfchen mit der von ihr ausgesuchten blauen Farbe. Einen Pinsel hält sie in der Hand und schaut ihn lange an. Als ich nach einer Weile wieder zu ihr hinsehe, hat sie das Töpfchen mit der Farbe in der Hand und malt konzentriert blaue Punkte gleichmäßig auf das Farbtöpf-chen. Sie wirkt dabei glücklich und entspannt. Das Papier bleibt weiß.

 

Der Schaffensprozess steht im Vordergrund - ohne Leistungsdruck, Wertung und Anforderungen. Ihr malender Senior kommt während der Malstunde ins reine Erleben und die Nöte und Beschwerden eines oft verwirrenden und passiven Alltags geraten während dieser Zeit in den Hintergrund.

 

Erlebnis mit einer Teilnehmerin während meiner Gruppenstunde:

 

Passend zur Jahreszeit hatte ich einige Motive von Frühjahrsblühern auf den Tisch gelegt. Eine durch Krankheit körperlich beeinträchtigte Teilnehmerin, 83 Jahre, fühlte sich gleich von den Winterlingen (ein Hahnenfußgewächs) angesprochen. Sie malte auf ein vorher zur Hälfte grün grundiertes Blatt viele kleine gelbe Punkte und gestaltete zum Schluss den Himmel. Sie erzählte, dass früher die Wiese vor ihrem Haus immer voller Winterlinge war und sie wäre, während sie das Bild malte, mit ihren Gedanken und Gefühlen „zu Hause“ gewesen.

 

Dadurch, dass Ihr Angehöriger kreativ eigene Werke erschafft, wird die Eigenaktivität gefördert und das Selbstvertrauen gestärkt.

 

Meine Erfahrung mit einem malenden Teilnehmer:

 

Zu den Malstunden bringt ein Teilnehmer, 87 Jahre, oft eine einfache Skizze mit. Ich frage ihn dann, ob er mit Ölkreiden oder mit Wasserfarben arbeiten möchte. Er entscheidet sich überwiegend für Ölkreiden und ein kleines Papierformat. Während der Umsetzung seiner Skizze ist er völlig in sein Tun versunken und bittet höchstens um einen Kugelschreiber, um etwas im Bild hervorzuheben. Zum Schluss schauen wir uns das Bild gemeinsam an. Manchmal möchte er danach noch Änderungen vornehmen.

 

Als Malleiterin unterstütze und begleite ich den Malprozess eines jeden Malenden einfühlsam und wertschätzend. Ich sorge für ein achtsames und vertrauensvolles Miteinander. Dadurch wird der Austausch untereinander gefördert. Gleichbleibende Abläufe und Rituale sorgen für Sicherheit und Geborgenheit.


Fühlen Sie sich angesprochen als Verantwortliche, die einen dementen oder älteren Senioren zu versorgen hat?

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